Memorial Alter Leipziger Bahnhof

Dresden, Alter Leipziger Bahnhof, 9.11.2021, 17-22Uhr

3-Kanal-Videoinstallation, 40min, Loop

 

Zwischen 1942 und 1944 war der Alte Leipziger Bahnhof/Güterbahnhof Dresden-Neustadt Ausgangspunkt oder Zwischenstation für Deportationen jüdischer Mitmenschen in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager.

Bis heute ist er als Erinnerungsort nicht bezeichnet.

 

Der Alte Leipziger Bahnhof ist als ältester Fernbahnhof Kontinentaleuropas ein industriegeschichtliches Denkmal von besonderem Rang und fristet seit Jahren ein trauriges Dasein als in großen Teilen verfallende Ruine.

Am Abend des 9. November, dem 83. Jahrestag der Reichspogromnacht, wird er von 17 bis 22 Uhr mit einer dreiteiligen Videoprojektion symbolisch „zum Leben“ erweckt.
Besucher, die vor das Gebäude kommen, werden ihre Schatten auf die Fassade der Bahnhofsruine werfen, wenn sie in die Projektionen anfahrender Züge treten.

Erinnert werden soll damit zum einen an die frühere Funktion des Ortes. Zum anderen soll damit auf eine Lücke in der Erinnerungskultur der Stadt Dresden aufmerksam gemacht werden.

Am 21. Januar 2022 jährt sich zum 80. Mal die Deportation Dresdner Jüdinnen und Juden von ebendiesem Ort nach Riga im Jahr 1942.

Wie sollte eine angemessene Bezeichnung und Gestaltung dieses ehemaligen Güterbahnhofs und seiner Geschichte aussehen? Und wie könnte dieser Ort in die Erinnerungskultur der Stadt Dresden eingebunden werden?

 

Between 1942 and 1944, the Old Leipzig Station/Dresden-Neustadt Freight Station served as a starting point or transit point for the deportation of Jewish citizens to ghettos, concentration camps, and extermination camps.

To this day, it has not been designated a memorial site.

As the oldest long-distance train station in continental Europe, the Old Leipzig Station is a monument of industrial history of exceptional importance and has for years languished in a sad existence as a largely decaying ruin.

On the evening of November 9, the 83rd anniversary of Kristallnacht, it will be symbolically "brought to life" with a three-part video projection from 5 p.m. to 10 p.m.

Visitors approaching the building will cast their shadows onto the facade of the station ruins as they step into the projections of approaching trains.

This is intended, on the one hand, to commemorate the site's former function. Secondly, it is intended to draw attention to a gap in the city of Dresden's culture of remembrance.

January 21, 2022, marks the 80th anniversary of the deportation of Dresden's Jews from this very site to Riga in 1942.

What should an appropriate name and design for this former freight depot and its history look like? And how could this site be integrated into the city of Dresden's culture of remembrance?

 

Start
001XPQK1125 (Klein)
002TJWB2627 (Klein)
003FOZP5580 (Klein)
004IMG_2026 (Klein)
005IMG_2036 (Klein)
006IMG_2024 (Klein)
007IMG_2086 (Klein)
008IMG_2038 (Klein)
009IMG_2084 (Klein)

 

Diese Arbeit wurde gefördert durch:

Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden
Rosa-Luxemburg-Stiftung
Stiftung Kunstfonds Bonn